BVV Mitte · Platz 3

Sebastian Schlack

Berlin Wedding (Afrikanisches Viertel)
Redaktionsleiter & Hundetrainer
50 Jahre

Persönliches Statement

Ich wuchs die ersten 16 Jahre meines Lebens in einer evangelikalen Gemeinde / Sekte auf. In diesem Umfeld bekommt man viele Glaubenssätze eingeimpft, die man sich später mühsam selbst wieder herausoperieren muss. Einer davon ist der Umgang und das Verhältnis zu Tieren. Mir wurde als Kind beigebracht, dass wir Tiere essen, weil Gott sie deswegen geschaffen hat. Und als Kind habe ich das geglaubt. Ich mochte Tiere. Aber sie waren eben dafür gemacht, in meinem Aquarium zu schwimmen und das zu tun, was ich will. Über Hundeerziehung habe ich zum Beispiel gelernt, dass sie eine „harte Hand" brauchen - so wie Kinder auch - sie müssen „gezüchtigt" werden. Über Tauben wusste ich, dass sie von Dämonen besessen sind und deswegen Krankheiten übertragen. Das Gleiche galt übrigens auch für Männer, die Männer lieben und noch schlimmer: Frauen, die Frauen lieben. Je älter ich wurde, desto mehr Zweifel bekam ich an dieser Sichtweise, denn es schien einfach nicht wahr zu sein. Mit 16 fing ich an, meine eigenen Wege zu gehen und irgendwann stieß ich auf ein Zitat von Mahatma Gandhi, der sagte: "To my mind, the life of a lamb is no less precious than that of a human being." Und das hat mich getroffen. Denn genau das habe ich gefühlt und fühle es noch heute. Mein Leben, Dein Leben, kein menschliches Leben ist per definitionem mehr wert als das eines Regenwurms. Die Krone der Schöpfung hat sich der Mensch selbst aufgesetzt und es wird Zeit, sie ihm wegzunehmen. Ich kandidiere für die Tierschutzpartei, weil ich glaube, dass wir für die Herausforderungen, die vor uns liegen, ein neues Weltbild benötigen. Wie werden die Menschen in 300 Jahren über uns sprechen? Was werden sie sagen, wenn sie Aufnahmen aus Schlachthöfen, Tierheimen, Tötungsstationen sehen? Denn diese Dokumente werden digital dann noch da sein, wenn wir nicht mehr da sind. Früher wussten die Menschen nicht, was sie glauben sollten. Heute glauben wir nicht, was wir wissen. Und das müssen wir beenden. Darum kandidiere ich für die Tierschutzpartei.

Politische Ziele

Bezirk Mitte

  • Wir haben hier im afrikanischen Viertel und auch in die angrenzenden Bezirken ein massives Vermüllungsproblem. Die Straßen hier sehen an manchen Tagen wie nach einem Kriegstag aus. Das ist ein Zustand, der viele Menschen stört, emotionalisiert und zu Feindschaft führt. Dafür braucht es in Kooperation mit dem Ordnungsamt und den Anwohnern ein tragfähiges Konzept.
  • Der Volkspark Rehberge (samt Plötzensee) wird seit Corona mehr und mehr zu einem Open Air Club - ist aber eigentlich ein Landschaftsschutzgebiet. Hier leben Füchse, Waschbären, Schafe und eine Vielzahl von Insekten. Hier wird massenhaft Müll abgeladen. Zeigen die Menschen das an, passiert nichts. Selbst dann nicht, wenn Fotos mit Gesichtern und Kennzeichen eingereicht werden. Das ist ein Zustand, der so nicht länger hinnehmbar ist, der viele Menschen massiv stört und der beendet werden muss.
  • Auch wenn ich Hundetrainer bin: Aktuell haben wir in Deutschland eine unerträgliche Situation: Es gibt viel zu viele Hunde. Ein Großteil davon in inkompetenter Haltung. Der „Hundeführerschein" ist ein politischer Witz ohne jede Wirkung. Hier braucht es ein völlig neues Konzept. Dies ist kein Bezirksthema, sondern ein bundesweites. Meine Idee dazu ist: Die Hundehaltung muss deutlich erschwert und die Gesamtpopulation gesenkt werden.
  • Auch ein Bundesthema: Die Rassehundezucht muss so schnell wie möglich abgeschafft werden und stattdessen mit harten Strafen belegt werden. Wir brauchen heute keine Massen an Schäferhunden, Kangals, Australian Sheperds, usw. mehr. Die Zeiten sind vorbei, die meisten dieser Hunde fristen ein trauriges Dasein. Stattdessen brauchen wir eine angepasste Hundezucht, nach Wesen, Stadttauglichkeit und Robustheit.
  • Ebenfalls ein übergeordnetes Thema: Reduktion des extremen Fleischkonsums.

Engagement & Hintergrund

Ich bin seit 2 Jahren in der Tierschutzpartei und wäre gerne aktiver. Der Grund, warum ich es bisher nicht bin, ist, dass ich voll berufstätig bin und die vergangenen 2 Jahre eine Ausbildung zum Hundetrainer und zusätzlich noch zum Berater für Positive Psychologie absolviert habe. Ich bin einmal wöchentlich ehrenamtlich im Tierheim Berlin tätig und den Rest der Zeit bin ich mit meiner Hündin unterwegs.

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BVV Mitte · Platz 3|Berlin 2026