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BVV Neukölln · Platz 2

Klaus Farin

Neukölln
Autor, Lektor

Persönliches Statement

Ich bin 1958 in Gelsenkirchen geboren, lebe seit 1980 – Punk sei Dank – in Berlin-Neukölln. Nach Tätigkeiten als Konzertveranstalter und -security, Buchhändler und Journalist bin ich nun freier Autor und Lektor, Aktivist und Vortragsreisender. Ich habe 30 Bücher verfasst und weitere herausgegeben, zuletzt gemeinsam mit Rafik Schami: Flucht aus Syrien – neue Heimat Deutschland? und mit Eberhard Seidel: Wendejugend. Ich lebe seit über 40 Jahren in Neukölln, engagiere mich auch im Beirat des Quartiersmanagement. Neukölln wurde in den letzten zehn Jahren erheblich gentrifiziert; der größte Bevölkerungszuwachs liegt bei jungen Menschen unter 30, oft Studierendenmaus aller Welt. Nicht nur die Mieten, auch die Zahl der Eigentumswohnungen steigen. Aber dennoch ist es kein Ort für Rich Kids, sondern ein immer noch sozial extrem belasteter und schwieriger Bezirk mit einem sichtbaren Armutsproblem. Mit anderen Worten: ein Bezirk, der die Realität gut abbildet, der einen täglich darauf hinweist, dass die Welt noch nicht in Ordnung ist – zumindest nicht für alle – dass noch viel zu tun ist für eine gerechte Welt. Dafür mag ich Neukölln.

Politische Ziele

Bezirk Neukölln

  • Natürlich viele ganz konkrete Vorhaben durchsetzen, die öffentliche Präsenz unserer Themen und Ansichten stärken. Die Ziele stehen ja alle im Wahlkampfprogramm.
  • Aber es gibt wirklich noch ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt: Viele Studien dokumentieren das Gefühl der Menschen, nicht auf die Politik einwirken zu können, nicht gefragt zu werden. Das ist einer der Hauptfaktoren dafür, dass Menschen entweder gar nicht wählen oder auch Parteien wählen wie die AfD. Deshalb geht es mir auch nicht nur darum, selbst ins Parlament zu kommen, sondern mehr Menschen zu motivieren, sich gesellschaftlich zu engagieren, und ihnen in Bürgerräten und ähnlichen Formen nicht nur Möglichkeiten zu geben, gehört zu werden, sondern auch mitentscheiden zu dürfen.
  • Die deutsche Demokratie muss sich erneuern und erweitern. Es gibt gute Methoden für mehr Bürgerbeteiligung, vor allem auf der lokalen und regionalen Ebene. Die Schweiz hat basisdemokratische Instrumente und Erfahrungen, von denen wir lernen könnten. Der erste Bürgerrat zum Klimaschutz wurde noch in der Regierungszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingerichtet und war sehr erfolgreich. Durch Partizipation werden viele Menschen qualifiziertere Demokrat*innen. Es geht nicht darum, Parlamente abzuschaffen, sondern durch direkte Bürger*innenbeteiligung zu ergänzen.

Engagement & Hintergrund

1998 initiierte ich das Archiv der Jugendkulturen, das ich auch 13 Jahre ehrenamtlich leitete. 2021 war ich Mitgründer der Klimaliste Deutschland. Ich bin u. a. Mitglied im Verband der Schriftsteller*innen (VS), in ver.di und des PEN, Vorsitzender der Stiftung Respekt! und im Vorstand von Aktion Courage e. V., dem Träger des Projektes „Schule ohne Rassismus". 2019 erhielt ich für meine „Verdienste um die Kinder- und Jugendkultur" das Bundesverdienstkreuz des Bundespräsidenten.

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